ZU HAUSE IN HANNOVER
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Werner Sporleder ist mehr als ein Unternehmer. Der Gründer der Firma B.A.S. für Baustellensicherung hat Erfindungen
verschiedenster Art auf den Markt gebracht. Und auch im Alter von 80 Jahren gehen ihm Energie und Einfälle noch lange
nicht aus. |

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Der Ideengeber
Von Thorsten Fuchs
Achtzig. Es ist nicht leicht, sich diese Zahl und diesen
Menschen zusammenzudenken. Man braucht ihn ja einfach nur erzählen zu lassen. Von all seinen Ideen, den Erfindungen, von
den Rettungsflügen oder dem Kampf gegen den großen Waldbrand 1978. Und von seinen Plänen, Neues durchzusetzen, gegen alle
Widerstände. Dann weiß man, dass dieser Mensch ja vielleicht tatsächlich gerade 80 Jahre alt geworden sein mag. Aber dass
es doch seine ganze Energie ist, die aus ihm spricht: Die Energie eines jungen Menschen.
Dabei hätte Werner Sporleder, Gründer der Firma Baustellen-Absperr-Service B.A.S. in
Hemmingen, allen Grund, sich zurückzulehnen und selbstzufrieden in seiner Geschichte zu schwelgen. Einer
Erfolgsgeschichte, die damit begann, dass er 1951 in einer Acht-Quadratmeter-Werkstatt in Kleefeld, laienhaft gesprochen,
eine Lampe mit einem elektrischen Weidezaungerät kreuzte und dabei ein Blinklicht herauskam, das fortan Baustellen
markierte. Heute gibt es sein Unternehmen an 17 Standorten in Deutschland, drei weitere sind fest geplant, und allein seit
Oktober wurden 26 neue Mitarbeiter eingestellt. „Wir sind die Ideenfabrik für Verkehrssicherung“, sagt er selbstbewusst,
aber nicht selbstgenügsam. Es gibt Sätze, die man
vielleicht erwarten würde, aber die in seiner Geschichte doch nicht vorkommen. Sätze wie: „Dann überlegte ich, wie …“,
Sätze des Nachdenkens, des Zögerns. Bei Werner Sporleder, diesem eher kleinen, ungern still sitzenden Mann, gibt es nur
Sätze des Handelns, der Aktivität. „Dann habe ich …“, „Dann entwickelte ich …“. Solche Sätze. Zu dem, was er in 55 Jahren
entwickelte, zählen mobile Ampelanlagen, Musterpläne zur Baustellenabsicherung oder jene gut sichtbaren gelben
Plastikabsperrungen, die man auch in Hannover so häufig sieht. Im Grunde geht vieles auf die Zeit nach dem Krieg zurück.
Da hatte sich Werner Sporleder aus Kuchenblechen ein Dach für ein altes Cabrio geschweißt und war mit seinem Auto im
Winter fast in eine Baustelle gerast, bei der die übliche Petroleumlampe vom Wind gelöscht worden war. Das musste sich
ändern, dachte sich Werner Sporleder. Und er änderte es.
Und als sei das alles noch nicht genug, der Aufbau dieser Firma, machte er nebenbei den Flugschein, sogar den
Berufspilotenschein, und holte 1976 die Deutsche Rettungsflugwacht auch nach Norddeutschland. Als sich herumsprach, dass
er dank einer amerikanischen Flugnummer auch nach West-Berlin flog, wurden Politiker und Fernsehleute seine Passagiere.
Bei den großen Waldbränden 1978 schaute er sich eine Idee aus der Schweiz ab, ließ aus Planen Wasserbomben produzieren und
hatte großen Erfolg damit. „Bei mir muss man mit allem rechnen“, sagt Werner Sporleder vergnügt.
Nur ist es eben auch nicht so, dass sich Werner Sporleder mit allen seinen Ideen durchgesetzt
hätte. Es gab Flops, wie den Leuchtballon, mit dem auch nachts auf Autobahnen gearbeitet werden kann. Und es gibt
Behörden, die nicht von jedem neuen Vorschlag Sporleders für neue Absperr- oder Umleitungszeichen gleich entzückt sind.
Sporleder hadert mit ihnen. „Es ginge uns besser, wenn es nicht so viele Vorschriften gäbe“, sagt er empört, und man
versteht seinen Ärger. Andererseits ist der Umgang mit einem, der im Kopf stets schon zwei Schritte weiter ist als viele
andere, wohl auch nicht immer leicht. Das Fliegen hat
Werner Sporleder aufgegeben. In Ruhestand zu gehen, zu Hause in Kleefeld zu bleiben, das kommt ihm, dem
Aufsichtsratsvorsitzenden, jedoch nicht in den Sinn – so wenig wie seiner Frau, die, wie seine Tochter, ebenfalls bei der
B.A.S. ist. Er wolle, sagt er, weiter für seine Ideen kämpfen. „Es gibt doch noch so viel zu tun.“
(Quelle: HAZ - Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17.02.2006 [S. 19]) |