Vorschlag für einen Ausbildungsberuf
als Fachkraft zur Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen

Ausbildungsbedarf und Ausbildungsbetriebe

Der steigende Kfz-Anteil auf unseren Straßen und zunehmende Anzahl von Baustellen, benötigt eine fachlich fundierte Absicherung aller Gefahrenstellen. Da bei den Baufirmen kaum dafür ausgebildete Kräfte vorhanden sind, kommen weitestgehend Verkehrssicherungsunternehmen zum Einsatz, die jedoch ihre Mitarbeiter in eigener Regie ohne einheitliche Richtlinien und Prüfungen anlernen. Die Absicherung von Arbeitsstellen an Straßen, Verkehrslenkungsmaßnahmen sowie mobile Signalisierung des Straßenverkehres ist ein umfangreiches Gebiet und erfordert entsprechende Fachkenntnisse, weil die Verkehrssicherungspflicht übernommen werden muss.

Außerdem müssen sich die Straßenverkehrsbehörden, die für die Genehmigung der Verkehrszeichenpläne zuständig sind, auf die Richtigkeit der vorgelegten Verkehrszeichenpläne verlassen können.

Potentielle Ausbildungsbetriebe sind:

  • Fachunternehmen für Verkehrssicherung

Abgrenzung zu bestehenden Ausbildungsberufen

Der Straßenverkehr ist ein hoheitsrechtlicher Bereich. Um in den Straßenmeistereien Nachwuchskräfte mit entsprechender Ausbildung zu erhalten, ist im Jahr 2000 der Ausbildungsberuf Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik geschaffen worden. In dem Rahmenlehrplan sind in 13 Lernfeldern die Absicherungsmaßnahmen sowie Planung und Durchführung von Arbeitsstellen im Straßenverkehr nicht aufgeführt, da diese nur ein geringfügiges Randprogramm darstellen. Darum wird die Einführung des neuen Ausbildungsberufes "Fachkraft zur Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen" erforderlich. Wenn man heutzutage bei der Beauftragung von Elektrikern, Arbeiten an der Heizungsanlage oder im Sanitärbereich davon ausgehen muss, dass in den Firmen entsprechende Fachkräfte zum Einsatz kommen, müssen in Zukunft auch bei den Verkehrssicherungsfirmen formell ausgebildete Kräfte vorhanden sein.

Die Fachkraft für Verkehrstechnik grenzt sich von anderen Ausbildungsberufen, z. B. dem Straßenwärter ab. Der Straßenwärter beschäftigt sich z. B. mit der Absicherung von Reinigungsarbeiten, Unfall- bzw. Gefahrenstellen, d. h. nur mit der Absicherung von kurzfristigen Baustellen, die max. 48 Stunden andauern. Zudem ist die Ausbildung des Straßenwärters stark in Richtung der stationären Beschilderung und -markierung sowie der Unterhaltung der Straßen und Nebenflächen ausgerichtet und erhält keine Qualifikationen über die Einrichtung von längerfristigen Baustellen oder gar über die Absicherung von innerstädtischen Maßnahmen, Verkehrslenkungen und Signalisierung.

Eckdatenvorschlag

Aufgabe einer Fachkraft zur Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen ist das Aufstellen von Verkehrszeichen und Verkehrssicherungseinrichtungen für kurz- und längerfristige Baustellen, Umleitungen und Signalisierung des Straßenverkehrs.. Sie plant und koordiniert die Arbeitsabläufe und Leistungen, die für die Gesamtherstellung notwendig sind, optimiert die Schnittstellen zu anderen Gewerken und führt qualitätssichernde Maßnahmen einschließlich der fachgerechten Wartungen durch.

  1. Berufsbezeichnung Fachkraft zur Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen
  2. Ausbildungsdauer drei Jahre
  3. Ausbildungsstruktur Monoberuf
  4. Berufsfeldzuordnung keine
  5. Qualifikationskatalog siehe Anlage
  6. Zeitliche Gliederung Jahresgliederung mit Zeitrahmen in Wochen
  7. Grundvoraussetzung Führerschein C1E, Gabelstaplerschein

Qualifikationskatalog

Sollten Sie Interesse an Details des vorgeschlagenen neuen Ausbildungsberufes haben, so können wir Ihnen gerne unsere umfangreiche Begründung nebst ausführlichem Qualifikationskatalog (als Vorstufe eines Ausbildungsplanes) per E-Mail oder per Post zusenden.

Der vorgeschlagene Qualifikationskatalog umfaßt insgesamt 35 sehr detailliert ausgestaltete Ausbildungsgebiete, die sowohl betriebliche, organisatorische, berufsbildungs-, arbeits- und sozialrechtliche Themen umfassen, wie auch umfangreiche technische und rechtliche Kenntnisse (Straßenverkehrs-, Schadens- und Vertragsrecht) sowie Kenntnisse in Materialkunde, Qualitätssicherung und Kostenrechnung vermitteln. Durch die in den Qualifikationskatalog eingeflossene jahrzehntelange Erfahrung eines Fachbetriebes war es möglich, die neue Fachausbildung optimal an die tatsächlichen und zugleich immer umfangreicher werden beruflichen Anforderungen in diesem Wirtschaftsgebiet anzupassen.
 

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